Desolate Breitbandversorgung im Zornedinger Gewerbegebiet

Auch direkt beim Zornedinger Gewerbegebiet stand während der Nachfragebündelung eine große Infowand von Deutsche Glasfaser. Ob aber im Gewerbegebiet tatsächlich Glasfasern kommen, steht immer noch nicht fest.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Wann kommt endlich die Glasfaser?

Letzte Woche besuchten die FDP-Bundestagskandidaten Daniel Föst und Peter Pernsteiner einen typischen kleineren Betrieb im Zornedinger Gewerbegebiet. Dieser Termin beim AyuSha Heil- und Gesundheitszentrumbrachte unter anderem zu Tage, dass die Internetversorgung im Gewerbegebiet von Zorneding nach wie vor abgrundtief schlecht ist – wie in vielen anderen deutschen Industriegebieten. Ob und und wann das für Zorneding geplante Glasfasernetz auch ins dortige Gewerbegebiet kommt, ist derzeit vollkommen offen.

Auf Initiative des FDP-Kreisverbandes Ebersberg gab es am 16.5.2017 zwei Firmenbesuche für Daniel Föst, Bundestags-Spitzenkandidat und Generalsekretär der FDP-Bayern, und Peter Pernsteiner, FDP-Direktkandidat im Wahlkreis Ebersberg-Erding. Einer dieser Besuche ging zu AyuSha nach Zorneding. Dieser Termin hatte keineswegs das Resultat, dass die beiden Kandidaten etwa auf die Behandlungs-Couch müssten. Dennoch ließ es sich Daniel Föst nicht nehmen, einmal die „Klangwoge“ von Matthias Dunkel, Mitinhaber des AyuSha Heil- und Gesundheitszentrums, selbst auszuprobieren. In dieser ganz besonderen Entspannungsliege befindet sich ein ausgeklügeltes Lautsprechersystem, das bei entsprechender Musik erholsam und tiefenpsychologisch auf den gesamten Körper positiv einwirkt.

Daniel Föst, Bundestags-Spitzenkandidat der FDP-Bayern, durfte am 16.5.2017 auf der „Klangwoge“ von AyuSha probeliegen und sich von ihren wohltuenden Qualitäten selbst überzeugen.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Bürokratie ohne Ende

Im weiteren Verlauf des Firmenbesuchs ging es beispielsweise um die oft sehr konfuse Anerkennung und Unterstützung von alternativen Heil- und Präventionsmethoden in Bereichen wie Shaolin Qi Gong, Yoga oder Hypnose-Therapien. Bei dieser Gesprächsrunde stellte sich zudem heraus, dass der Betrieb, wie viele andere in Deutschland, an der ständig steigenden Bürokratie leidet: „Selbst kleine Läden mit nur wenig Warenumsatz müssen seit kurzem ein extrem aufwendiges Kassensystem führen. Wie sollen da langfristig Firmen überleben, die eh schon extrem an der Rentabilitätsgrenze arbeiten.“ Daniel Föst, Bundestags-Spitzenkandidat der FDP-Bayern, bekräftigte besorgt einen dringenden Handlungsbedarf: „Die Bürokratie wird in Deutschland immer schlimmer – weil man beispielsweise Kleinunternehmer von vorne herein als unehrlich abstempelt. Wir müssen diesem Wahnsinn ein Ende bereiten.“

Digitaler Nomade im Zornedinger Gewerbegebiet

Daniel Föst (rechts) erhielt beim Firmenbesuch am 16.5.2017 von Matthias Dunkel, AyuSha-Geschäftsführer, eine ganz besondere Vorführung, bei der er sich von der erholsamen Wirkung der Entspannungsliege „Klangwoge“ überzeugen konnte.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Aber nicht nur mit der Bürokratie kämpft der besichtigte Betrieb. Eines ärgert Matthias Dunkel derzeit massivst: „In Zorneding und Umgebung kommt zwar in den nächsten Monaten ein flächendeckendes Glasfasernetz bis in alle Haushalte, aber im Gewerbegebiet von Pöring, das ebenfalls zahlreiche Wohnungen enthält, fühlt man sich als Bürger zweiter Klasse“, resümiert Matthias Dunkel. Ob und wann auch dort die Glasfaser kommt, ist derzeit alles andere als klar und transparent.

Bis heute sind die im Gewerbegebiet wohnenden Bürger und Unternehmen immer noch nicht informiert worden, wie sie ans schnelle Internet von Deutsche Glasfaser kommen können. Matthias Dunkel bringt es auf den Punkt: „Ich fühle mich als digitaler Nomade, weil wir im Gewerbegebiet eine extrem lausige Internet-Anbindung haben. Als wir vor zwei Jahren unseren Betrieb eröffneten, wurde uns eine schnelle Besserung versprochen, aber bislang ist nichts passiert und eine Besserung ist auch nicht in Sichtweite.“ Keine 150 Meter östlich seines Betriebs mit integrierter Wohnung beginnt das normale Ausbaugebiet von Pöring, das von Deutsche Glasfaser ab Sommer flächendeckend FTTH-Anschlüsse bekommt. Ein großes Wohngebiet beginnt 300 Meter südlich jenseits der Bahnlinie und ist durch einen direkten kleinen Verbindungstunnel für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit dem Gewerbegebiet verbunden – unter dieser Straße ließen sich mit vertretbarem Aufwand Glasfasern verlegen.

Besichtigungstermin am 16.5.2017 bei AyuSha. V.l.n.r. Alexander Müller (Kreisvorsitzender der FDP-Ebersberg), Daniel Föst (Bundestags-Spitzenkandidat der FDP-Bayern), Matthias Dunkel (AyuSha-Geschäftsführer) und Peter Pernsteiner (Bundestagsdirektkandidat der FDP-Ebersberg/Erding) diskutierten am 16.5.2017 umfassend über die schlechte Internetversorgung im Gewerbegebiet von Zorneding.
(Foto: Dr. Susanne Markmiller)

Peter Pernsteiner, Gemeinderat in Zorneding, wundert und ärgert diese Situation ebenfalls: „Bereits seit März steht endgültig fest, dass wir in Zorneding ein flächendeckendes Netz von Deutsche Glasfaser bekommen werden. Laut aktueller Auskunft sollen die Arbeiten noch im Juni 2017 beginnen. Ich hätte also eigentlich erwartet, dass die Firmen und Anwohner in unserem Gewerbegebiet längst informiert sind! Stattdessen erhielten interessierte Unternehmer und Bewohner des Gewerbegebiets nach ihren schriftlichen Anträgen im Rahmen der seinerzeitigen Nachfragebündelung keine weiteren Informationen – weder, ob ihre Anträge bearbeitet werden noch eine Absage. Das ist ein untragbarer Zustand.“

Nur Premium-Anschlüsse im Gewerbegebiet?

Es kommt wohl sogar noch schlimmer für die Kleinunternehmer und Bewohner des Zornedinger Gewerbegebietes. Gemäß Rückfrage bei Deutsche Glasfaser will das Unternehmen im Gewerbegebiet zunächst nur ein Glasfasernetz für Premium-Business-Anschlüsse bauen. Diese kosten aktuell zwischen 250 und 1000 Euro pro Monat. Zudem gibt es in Gewerbegebieten laut Homepage von Deutsche Glasfaser bei einem entsprechenden Nachfragebündelungsverfahren keine kostenlosen Anschlüsse bis ins Haus. Lediglich für kürzere Entfernungen bis 20 Meter wird ein ermäßigter Baukosten-Aktionspreis von 499,90 Euro angeboten.

Matthias Dunkel (links), diskutiert mit Daniel Föst über die ständig steigende Bürokratie für Unternehmer in Deutschland.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Wer also, wie Matthias Dunkel und andere Kleinbetriebe, die Glasfaser in erster Linie privat in seiner Wohnung nutzen möchte, könnte wohl nach heutigen Stand auf der Strecke bleiben. Viele andere Bewohner des Gewerbegebietes, kleine Unternehmer oder Freiberufler werden ebenfalls nicht gewillt oder finanziell in der Lage sein, einen so teuren Glasfaser-Businessanschluss in Erwägung zu ziehen. Damit sind diese potenziellen Kunden erheblich benachteiligt gegenüber anderen Freiberuflern, kleinen Gewerbebetrieben und Einwohnern von Zorneding.

Informationspolitik könnte verbessert werden

Auch die Informationspolitik von Deutsche Glasfaser läuft in Zorneding derzeit alles andere als optimal. Selbst mehr als drei Monate nach den Stichtag des Nachfragebündelungsverfahrens gibt es noch keine detailliertere Zeitplanung für die einzelnen Ortsteile. Die Firma Birnstiel, lokaler Vertriebs- und Servicepartner des künftigen Netzbetreibers, wurde nicht informiert, wo und wann Begehungen der Wohnungen zur Definition der Hausübergabepunkte beginnen sollen. Außerdem ist dieser Partnerbetrieb bis heute nicht in die Erschließung des Gewerbegebietes eingebunden worden – und dies, obwohl er für so manchen örtlichen Gewerbetreibenden oder Freiberufler als IT-Dienstleister tätig ist. Immerhin war jetzt aus dem Rathaus erfahren, dass es noch im Juni für die Anlieger des Gewerbegebietes eine entsprechende Informationsveranstaltung geben soll.

Daniel Föst (rechts) erhielt beim Firmenbesuch am 16.5.2017 von Matthias Dunkel, AyuSha-Geschäftsführer, eine ganz besondere Vorführung, bei der er sich von der erholsamen Wirkung der Entspannungsliege „Klangwoge“ überzeugen konnte.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Nach der Firmenbesichtigung diekuiterten Daniel Föst und Peter Pernsteiner mit den Gästen des FDP-Kreisverbands beim Bar-Gespräch im Pub-Mahagoni in Kirchseeon.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Nach dem Bar-Gespräch gab es dann noch im Biergarten des Pub-Mahagonie eine große Diskussionsrunde mit einem Einführungs-Statement von Daniel Föst zur bevorstehenden Bundestagswahl.
(Foto: Ewald Silberhorn)

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