Zorneding-Fragebogen zu MVV-Bus, Ruftaxi, Mitfahrbank

Innerörtlicher Verkehr: MVV-Bus, Ruftaxi oder Mitfahrbank

In unserer aktuellen Ausgabe der FDP-Ortszeitung Zornedinger Panorama ist auf den Seiten 10-14 ein Beitrag von mir erschienen, der das Thema Innerörtlicher Verkehr  behandelt und auch einen Fragebogen enthält, den es hier auf dieser Hompage nochmal zum Abruf gibt. Wer den Beitrag im Zeitungslayout lesen will, kann die ganze Ausgabe unserer Zeitung unter folgendem Link als PDF-Datei abrufen. Der Beitrag erscheint der Einfachheit halber aber auch gleich hier nochmal im kompletten Wortlaut – bis auf eine redaktionelle Ergänzung zur Klarstellung eines Sachverhalts beim Thema Mitfahrbank.

Die Januar-Sitzung des Gemeinderats behandelte unter anderem das Thema innerörtlicher Nahverkehr. Ein Antrag der SPD-Fraktion vom Oktober 2016 forderte eine „Buslinie im gesamten Gemeindegebiet“, die mindestens im Stundentakt zwischen 6 und 20 Uhr alle unsere Ortsteile miteinander verbindet und am Wochenende wenigstens in reduziertem Umfang fahren sollte. Unser Rathaus hat diesen Antrag vorbildlich schnell zur inhaltlichen Prüfung an die entsprechende Stelle im Landratsamt weitergeleitet. Bereits zur Vorbereitung der Januar-Sitzung des Gemeinderats erhielten wir erfreulicher Weise vom Landratsamt eine umfassende Ausarbeitung mit Kostenschätzung und sogar mit einem ersten sehr realistischen Fahrplanentwurf und einem möglichen Streckenverlauf. Sie waren beide bereits in der April-Ausgabe des Zorneding-Info unseres Rathauses abgedruckt.

Diese Handskizze verdeutlicht den vom MVV vorgeschlagenen Fahrweg samt in etwa zu erwartenden Fahrzeiten ab dem Startpunkt am Bahnhof Zorneding bis zur jeweiligen vorgesehenen Haltestelle (als Punkt verdeutlicht). Die genauere Situierung der Haltestellen finden Sie links im großen zweiten Textabsatz des Beitrags, der auch den gesamten möglichen Streckenverlauf erklärt. (Skizze: Peter Pernsteiner)

Ich wollte diese nicht einfach wiederholen, sondern habe versucht, die Fahrplantabelle und den Streckenverlauf in Form einer Handskizze zu kombinieren. Sie soll auf einen Blick zeigen, wie viele Minuten nach der Abfahrt vom Bahnhof Zorneding der Bus jeweils in etwa zu erwarten ist. Nachfolgend erkläre ich den Streckenverlauf auch noch verbal.

Der Entwurf des Landratsamtes enthält eine Ringlinie mit 39 Haltestellen, von denen ein paar zweimal angefahren werden. Jede Fahrt würde 37 Minuten dauern und könnte beim Zornedinger S-Bahnhof (0) beginnen. Sie verläuft zunächst über die Bahnhofstraße zum Kreisel an der Birkenstraße (1) und weiter in Richtung Daxenberg zum Herzog-Tassilo-Ring (4). Dann geht es über die Wasserburger Landstraße (7), Kirche (8) und Münchner Straße und Staatsstraße 2081 zum Gewerbegebiet am Georg-Wimmer-Ring (10). Als nächste Etappen folgen das Seniorenheim Haus Bartholomäus (11) und der Pöringer Dorfplatz (12) Nach einer Schleife durchs Pöringer Unterdorf bei der Ahornstraße (14) geht es anschließend an der Pöringer Kirche (17) vorbei bis zum Schlammerl nach Wolfesing (19). Dann sind Ingelsberg (21) und die Pöringer Schule (23) an der Reihe. Nun folgen erneut das Seniorenheim (24) und das Gewerbegebiet (26), bevor es über die Staatsstraße 2081 und die Lärchenstraße (29) bis zum Kreisverkehr beim Café Hasi (30) geht. Dann biegt der Bus nach Süden in die Bahnhofstraße ab und über die Wasserburger Landstraße (32) geht es erneut zum Herzog-Tassilo-Ring (35) und von dort aus abschließend zum Zornedinger Bahnhof (37). Die Zahlen in Klammern entsprechen jeweils der prognostizierten Fahrtdauer in Minuten ab Bahnhof Zorneding.

In den Hauptverkehrszeiten könnte die nächste Rundfahrt fast ohne Pause fortgesetzt werden, während der Busfahrer bei den Runden zwischen 9 und 16 Uhr immer eine 23 Minuten lange Ruhepause einlegen soll. Insgesamt würden gemäß diesem Plan zwischen 5:56 Uhr und 19:18 Uhr immerhin 16 Runden absolviert. Für einen Werktags-Service von Montag bis Freitag rechnete uns das Landratsamt auf Basis eines Klein-Omnibus mit 14 Sitz- und 16 Stehplätzen zu erwartende Betriebskosten zwischen 147.500 und 180.000 Euro pro Jahr vor, die sich je nach Bus-Akzeptanz um 20 bis 30 Prozent aus den möglichen Einnahmeanteilen der realen Bus-Ertragskraft reduzieren könnten. Dies würde bedeuten, dass selbst bei einer vollen Ertragskraft-Anrechnung aller Fahrgäste mit dem kompletten Preis einer Streifenkarte für eine innerörtliche Fahrt (1,35 Euro) mindestens 22.000 bis 40.000 Fahrgäste pro Jahr den Bus nutzen müssten, damit sich die tatsächlichen Kosten für die Gemeinde um 20 bis 30 Prozent aus 147.500 bis 180.000 Euro reduzieren. Oder anders gerechnet: Jede der 16 täglichen Busfahrten an den ca. 250 Werktagen müsste von 5,5 bis 10 Bürgern genutzt werden. Wie stark die Nutzung tatsächlich sein wird, kann derzeit niemand vorhersagen. Das hängt von vielen Rahmenbedingungen ab. So stellt sich etwa die Frage, ob bei einer tatsächlichen stärkeren Frequentierung die Route mit 39 Haltestellen in nur 37 Minuten realistisch bewältigt werden kann, also ein 40 Minuten-Takt zu den Hauptzeiten durchführbar ist. Zudem muss natürlich die Bereitschaft der Bürger ohne Monats- oder Wochenticket da sein, für eine kurze Ortsfahrt einen Ticketstreifen für 1,35 Euro zu bezahlen. Schade ist außerdem, dass in diesem Konzept die S-Bahn auf der Pöringer Seite wegen der Platzverhältnisse aus heutiger Sicht nicht angefahren werden kann. Für eine erste Akzeptanzabschätzung hat unser Rathaus einen Fragebogen im Zorneding Info veröffentlicht.

Ruftaxi als Alternative

Anstelle eines MVV-Bus wäre vielleicht auch ein Ruftaxi-Service denkbar. Allerdings müsste auch dies auf entsprechende Akzeptanz stoßen. Das hängt natürlich sehr vom tatsächlichen Fahrpreis ab. Aktuell kostet eine Taxifahrt 3,70 Euro Grundgebühr plus 1,75 Euro je Kilometer im Nahbereich bis 10 Kilometer. Für eine Fahrt von Kreisel in der Birkenstraße zum Pöringer Dorfplatz wären also knapp 9 Euro fällig und für weitere Distanzen beispielsweise vom Daxenberg ins Pöringer Unterdorf oder nach Wolfesing ca. 5 Euro mehr. Nach Rücksprache mit unserem örtlichen Taxi-Anbieter Genc Kabashi (www.taxi-zorneding.com) wäre dieser durchaus berechtigt für alle Ortsfahrten zwischen Zorneding und Wolfesing einen Pauschaltarif zu vereinbaren. Allerdings macht das für ihn nur Sinn, wenn sich genügend Bürger für eine Taxifahrt entscheiden, weil er derzeit mit größeren Touren sehr gut ausgelastet ist und für so einen lokalen Service zusätzliches Personal und zusätzliche Fahrzeuge benötigen würde. Bei entsprechender Frequentierung hält Kabashi einen Pauschalpreis von beispielsweise 8 Euro durchaus für möglich. Und wenn unsere Gemeinde solche Fahrten für Senioren oder sonstige Bedürftige mit beispielsweise 4 Euro bezuschussen würde, könnten mit jährlich 50.000 Euro aus dem Gemeindehaushalt immerhin 12.500 innerörtliche Taxifahrten bezuschusst werden, also 50 Fahrten pro Werktag.

Aber auch dies ist jetzt nur einfach mal ein Gedankenspiel, das im Rahmen unserer kleinen FDP-Umfrage konkretisiert wird (siehe Fragebogen unten).

Mitfahrbank für Senioren

Seit August 2016 gibt es in Irschenberg und in Miesbach jeweils eine solche
Mitfahrbank, die es Senioren ermöglichen soll, kostenlos in den jeweiligen
Nachbarort zu gelangen. (Bildquelle: Foto mit freundlicher Genehmigung
vom Rathaus Irschenberg aus dessen Homepage übernommen. Weitere
Fotos zur Tramperbank sind hier zu finden: http://www.irschenberg.de/16-08-19-mitfahrbank)

Es gäbe noch eine weitere interessante Idee zur Verbesserung der innerörtlichen Mobilität von Bürgern ohne Auto: die „Mitfahrbank“ für Senioren. Von diesem Konzept habe ich erstmals im Februar im Radio gehört und war sofort begeistert. In der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde Irschenberg bei Miesbach wurde diese Idee bereits im August 2016 in die Tat umgesetzt. Hierzu wurde sowohl in Irschenberg als auch im 9 Kilometer entfernten Miesbach jeweils eine solche Bank aufgestellt. Ob sich diese Idee wirklich bewährt, kann man laut Rathaus Irschenberg voraussichtlich frühstens nach einem Jahr abschätzen, also in diesem Sommer. Nahezu zeitgleich zu mir hat wohl auch die Zornedinger CSU von dieser Idee gehört und stellte sie zwischenzeitlich nach einem kleinen Parteiausflug dorthin im Gemeinderat vor. Nachdem das Layout des Beitrags im „Zornedinger Panorama“ aber zu diesem Zeitpunkt schon fertig war, habe ich dies aus Platzgründen nicht mehr ergänzen können.

Ich könnte mir – ebenso wie die CSU-Gemeinderäte – durchaus vorstellen, dass so eine Idee auch etwas für unsere Gemeinde wäre. Hierzu müsste es sich allerdings auf breiter Fort herumsprechen, dass man als Autofahrer anhalten sollte, wenn Bürger auf der entsprechenden Bank etwa in der Zornedinger Birkenstraße oder an der Münchner Straße sitzen und beispielsweise als Fahrtziel Ingelsberg, Gewerbegebiet Pöring, Dorfplatz Pöring oder Wolfesing auf einem entsprechenden Schiebeschild angegeben ist. Ich möchte mich außerdem nicht darauf festlegen, ob man so einen „Tramper-Bankerl“-Service nur für Senioren realisieren sollte oder für alle Altersgruppen öffnet?

Unser Fragebogen

Wir von der FDP-Zorneding haben uns gedacht, dass wir jetzt ebenfalls im Rahmen unserer Zeitung eine kleine Umfrage starten wollen. Allerdings wollen wir nicht nur die Akzeptanz einer möglichen MVV-Ringbuslinie abfragen, sondern auch die eventuelle Nutzung der beiden oben geschilderten Alternativen und die Bereitschaft, jemanden von einer Mitfahrbank als Gast ins Auto einsteigen zu lassen. Wir hoffen sehr auf eine möglichst rege Teilnahme an dieser selbstverständlich anonymen Umfrage. Deshalb bitten wir alle Leser dieser Zeitung um Teilnahme. Füllen Sie bitte den Fragebogen auch aus, wenn Sie nur wenige oder gar keine Services nutzen würden. Und wenn es Ihnen unangenehm wäre, Personen von einer Mitfahrbank mitzunehmen, dann streichen Sie bitte dieses Feld im Fragebogen einfach durch – auch diese Art von Rückmeldung ist unserer Meinung nach sehr wichtig.

Drucken Sie hierzu bitte einfach den unten folgenden Fragebogen aus und werfen sie ihn entweder in der Rosa-Schöpf-Str. 1c in den FDP-Briefkasten oder in eine spezielle Couponbox bei Steffi´s Schreibwaren – Steffi Berndlmeier war so freundlich und hat uns diese Unterstützung spontan zugesagt. Bitte keine Fragebogen per E-Mail schicken, weil ich sicherstellen will, dass wirklich nur Fragebogen von Bürgern aus Zorneding und Umgebung kommen und auch nur auf diese Weise die Anonymität der Fragebogen sicherstellen kann. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele von Ihnen, liebe Leser unserer Zeitung, an dieser Umfrage teilnehmen – egal ob Sie eine, mehrere oder gar keine der vorgeschlagenen Möglichkeiten nutzen würden – einfach Coupon ausfüllen und baldmöglichst einwerfen.

Fragebogen bitte ausdrucken und bis 30.6.2017 entweder in den FDP-Briefkasten in der Rosa-Schöpf-Str. 1c oder in die Couponbox bei Steffi´s Schreibwaren einwerfen. Download-Links: Fragebogen als JPG-Datei bzw. Fragebogen als PDF-Datei

Wenn mehrere Personen in Ihrem Haushalt einen Fragebogen ausfüllen wollen – drucken Sie einfach den Fragebogen mehrmals aus. Ich hoffe, dass bis 30.6.2017 sehr viele Fragebogen-Abschnitte eintreffen, damit wir eine gute Basis für eine repräsentative Auswertung bekommen. Das Ergebnis der Umfrage wird in unserem nächsten Zornedinger Panorama veröffentlicht – und vorab gibt es Trendmeldungen dazu auch auf der oben genannten Internetseite.